Montag, 28. Dezember 2015

Führungskräfte und die richtige Wirkung

Warum gute Führungskräfte selten sind

Führungskräfte müssen Wirkung erzielen
In einer jüngst durchgeführten Studie des führenden Meinungsforschungs- institutes Gallup kamen die Autoren zu dem ernüchternden Ergebnis, dass knapp 20% aller Arbeitnehmer in Deutschland bereits innerlich gekündigt haben. Mehr als 65% der Mitarbeiter empfinden eine nur geringe emotionale Bindung an ihr Unternehmen.
Das bedeutet, weit über 80% der Angestellten in Deutschland leisten MAXIMAL
nur Dienst nach Vorschrift. Die durch innere Kündigung entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten betragen inzwischen die gewaltige Summe von etwa 124 Milliarden Euro. Und das jährlich!
Soweit die alarmierenden Fakten.


Gallup fand außerdem heraus, dass rund 82% aller Unternehmen bei der Besetzung ihrer Führungskräfte danebengreifen. Fehlentscheidungen, die den Betrieben ungemein viel Geld kosten, schließlich ist eine Führungskraft die Schlüsselperson in Sachen Mitarbeitermotivation.

"Management by Objectives" ist passé

Während eine Führungskraft aus der Sicht ihres Unternehmens im Wesentlichen zwei Faktoren erfüllen muss, nämlich: die Kosten gering zu halten und den Unternehmenswert (Umsatz, Profit, Marktanteile, etc.) stetig zu erhöhen, genügt es inzwischen nicht mehr, die Mitarbeiter lediglich nach der „Management by Objectives, by Results, etc.“-Philosophie zu führen.
Führungssysteme, die darauf beruhen, den Angestellten eine Vorgabe hinzuknallen und diese mit der imaginären Peitsche einzufordern, produzieren heutzutage jene Ergebnisse, die uns Gallup kürzlich präsentierte.
Waren Arbeitnehmer ihrem Brötchengeber früher - überspitzt formuliert - auf Gedeih und Verderben ausgeliefert, existieren inzwischen unzählige Jobangebote für Top-Mitarbeiter. Exzellente Kräfte sind gefragt, auch in Zeiten von Rezension und Finanzkrise.
Kurzum: Die Erwartungshaltung an die Führungskräfte von heute ist stark gestiegen, sofern sich die Unternehmen leistungsstarke und loyale Mitarbeiter erhalten wollen.
Die ideale Führungskraft ist eine charakterstarke sowie gleichermaßen charismatische Persönlichkeit, die auf integre Weise Vertrauen zu ihrem Team aufbaut. Außerdem möchte der Arbeitnehmer gefordert werden und er will sich weiterentwickeln. Aspekte, die ein guter Manager im Ansatz erkennen muss und entsprechend darauf reagieren sollte.

Wunschvorstellungen verklärter und realitätsfremder Angestellter?

Wohl eher nicht, sofern man einen Blick über den Tellerrand hinaus wirft und Erkenntnisse anderer Wissenschaftszweige betrachtet. Sozialwissenschaften beispielsweise. Demnach sind wir Menschen es gewohnt, Anführern zu folgen. Doch erwarten wir von ihnen mehr Führungskompetenz, als wir selbst besitzen.
Anders ausgedrückt akzeptieren wir einen Chef nur dann, wenn er uns in seiner Rolle um zumindest eine Stufe überlegen ist. Auch folgen Menschen gerne Vorbildern, die wir als sympathisch empfinden, mit positiver Außenwirkung und die erfolgreich agieren.
Wir wollen keine Jammerer, Zauderer oder Profilierungsneurotiker um uns herum haben, schon gar nicht als Chef.
Der Grund für dieses Verhalten liegt, wie so häufig, in unserer Entwicklung vom Urmenschen zum modernen Vertreter unserer Spezies. Damals hing das Überleben davon ab, wem wir folgten und welchem Clan wir uns anschlossen. Unsere Vorfahren entwickelten Instinkte für das richtige Verhalten und diese lenken uns heute noch in großem Maße.

Wirkungskompetenz schlägt Fachkompetenz

Was bedeutet das für eine exzellente Führungskraft? Oder anders ausgedrückt: Welche Fähigkeiten erwarten Mitarbeiter von ihrem Chef?
Zuerst einmal können wir feststellen, dass die Wirkungskompetenz, die Fachkompetenz, die lange Zeit als Maß aller Dinge angesehen wurde, längst überholt hat. Es ist als Vorgesetzter nicht notwendig, über ausgezeichnetes Detailwissen zu verfügen. Vielmehr sollte er die nötige Übersicht behalten und mehr noch, seinen Leuten klar kommunizieren können, welche Schritte jetzt für das Unternehmen wichtig sind. Abgestimmt auf das individuelle Leistungsvermögen des Mitarbeiters.
Eine moderne Führungskraft kennt die Stärken jedes einzelnen Teammitglieds und sie weiß, mit welchen Motivationstypen sie es zu tun hat. Außerdem ist sie ein Profi der Körpersprache, als Sender gleichermaßen wie auch als Beobachter nonverbalen Verhaltens.

Enerforce-Leadership®

Das Führungssystem Enerforce-Leadership® entwickelt Führungskräfte nach genau diesem Ansätzen. Dabei setzt es, neben der Körpersprache, besonders bei den sogenannten „Signaturstärken“ der Mitarbeiter an. Hierbei handelt es sich um einen Begriff aus der Positiven Psychologie, nach der jeder Mensch individuelle Stärken besitzt, die wir automatisch forcieren. Eben weil unser genetischer Bauplan auf Weiterentwicklung optimiert wurde.
Neueren Untersuchungen zufolge macht es weit mehr Sinn, sich auf die Stärken der Mitarbeiter zu konzentrieren, als ständig deren Schwächen auszumerzen zu versuchen. Die Schwächen zu eliminieren erfordert viel Zeitaufwand und bindet wertvolle Ressourcen, jedoch mit weitaus dürftigeren Ergebnissen. Außerdem erhöht eine stärkenorientierte Mitarbeiterführung die Loyalität und die wiederum spart Kosten.

Wie arbeitet also eine exzellente Führungskraft?

In erster Linie investiert sie ausreichend Zeit in Mitarbeitergespräche. Hierbei verfolgt sie einen Entwicklungsplan, der auf jede Person ihres Teams abgestimmt ist. Sie verfügt sozusagen über einen Masterplan, der die Entwicklung des Unternehmens ebenso wie die des Mitarbeiters im Blick hat. Sie hört zu und sie fordert ihr Team. Und zwar angepasst an den Signaturstärken der einzelnen Personen.
Sie motiviert auf individuelle Weise und sie weiß genau, in welchem Zustand sich ihre Mitarbeiter befinden, denn das erkennt sie, als ausgebildeter Körpersprache-Profi, innerhalb von Sekunden.
Der exzellente Chef ist nicht der gute Kumpel seiner Mannschaft. Dafür agiert er einfach zu charismatisch. Er ist eine Art Mentor, der die Unternehmenswerte vorlebt und sein Team zum Erfolg führt. Dabei sagt er, wo es lang geht. Auf der Basis von Vertrauen, dass er sich erarbeitete. Erst dann folgen ihm seine Mitarbeiter und das mit Motivation und Erfolgswillen.

Wenn wir das geschafft haben, können wir über die Gallup-Ergebnisse müde lächeln. Aber erst dann. Bis es so weit ist, sollten wir besser die Stirn runzeln und sie ernst nehmen.

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